Revitalisierung der Wietze und Schaffung einer Niedrigwasserrinne im Unterlauf (Wietze)

Die Wietze, ein sand- und lehmgeprägter Tieflandfluss, wurde im Unterlauf weitestgehend stark ausgebaut und begradigt. Aufgrund des überbreiten Profils und der mobilen Sandsohle war das Lebensraumpotential für Fische und Kleinstlebewesen sehr gering. Bei niedrigen Wasserständen war eine Wassertiefe von teilweise weniger als 20 cm nachzuweisen, so dass die Durchgängigkeit für größere und hochrückige Fische von der Aller in die Wietze nicht mehr gegeben war. Trotz dieser Defizite konnte 2019 bei einer Elektrobefischung eine Barbe nachgewiesen werden.

Blick auf die Wietze mit ihren leicht unterpspülten Ufern
Das unnatürlich breite Profil der Wietze im Unterlauf führt bei Niedrigwasser zu sehr flachen Wasserständen, die für große Fische nicht mehr passierbar waren.

Um im Unterlauf die Durchgängigkeit und die strukturelle Qualität der Wietze als Lebensraum und Laichhabitat zu verbessern, wurde in der Gemeinde Wietze, mit dem Einbau von naturraumtypischen Materialien eine Niedrigwasserrinne auf 100 m Strecke ausgebildet. Gleichzeitig konnte hiermit die Vernetzung mit einer bereits flussaufwärts durchgeführten Revitalisierungsmaßnahme verbessert werden.

Unterstützt wurde die Maßnahme vom Unterhaltungsverband 46 Wietze, der die Maßnahme auf weitere 50 m fortsetzte, sowie von der Wintershall Dea Deutschland AG.

Im April 2020 wurde zwischen dem Betriebsgelände der Wintershall Dea Deutschland AG und der Deponie des Zweckverbands Abfallwirtschaft Celle mit dem Einbau von Wurzelstubben, Raubäumen, Lenkbuhnen und Kies eine Niedrigwasserrinne ausgebildet. Es wurden wechselseitig aufeinander folgenden dreier Gruppen von deklinanten und inklinanten Lenkbuhnen eingebaut. Hierdurch können sich zwischen den Stämmen Sedimente ablagern und langfristig der Wietzelauf eine natürlichere Form annehmen. Zudem wurden 80t Kies (2/32 mm) und 30t Rundkorn als Überkorn eingebracht. Mit Strömungslenkern wurden geeignete Strömungsbedingungen erzeugt, um die Kiesbänke von Übersandung freizuhalten. Die linke Böschung wurde aufgrund fehlender Flächenverfügbarkeit mit Raubäumen gesichert. Da bei der Umsetzung dieser Maßnahme prinzipiell die Gefahr der Mobilisierung von Altlasten der ehemaligen Ölförderung bestand, musste während der Umsetzungsphase eine Ölbarriere errichtet werden.

  • Umsetzung: April 2020
  • Kooperationspartner: UHV 46 Wietze; Wintershall DEA GmbH Deutschland
  • Landkreis/Stadt: Stadt Celle