Strukturverbessernde Maßnahmen und Schaffung von Laichhabitaten an der Fuhse (Dedenhausen)

Die Fuhse im Bereich der Gemarkung Dedenhausen war geprägt von einem breit ausgebauten Gewässerprofil mit geringer Tiefen- und Strömungsvielfalt. Das Wasser floss monoton in einem Kastenprofil, nur einzelne ins Gewässer ragende Äste sorgten für etwas Struktur im Gewässer. Dieser Zustand wurde auf einem etwa 300 m langen Abschnitt zwischen zwei kleinen Brücken verbessert.

Bei einer ersten Begutachtung der Maßnahmenstrecke im Jahr 2020 wurde bereits festgestellt, dass im Zuge des Gewässerausbaus in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts zur Sicherung der Böschung beider Ufer große Wasserbausteine verbaut wurden. Diese Steine, zusammen mit einer intensiven jährlichen Böschungsmahd, verhinderten eine natürliche Entwicklung der Uferbereiche und werden heute an dieser Stelle nicht mehr benötigt.

Von Beginn der Planung an hat die Gemeinde Uetze großes Interesse an dem Projekt gezeigt und sich bereit erklärt, die Entnahme dieser Steine zu finanzieren. Die Gemeinde stellte dafür erfolgreich einen Antrag auf Fördermittel für den Erhalt der Artenvielfalt bei der Region Hannover. Dadurch wird auch eine Pflanzung von Gehölzen im Böschungsbereich finanziert. Der Unterhaltungsverband Fuhse-Aue-Erse wiederum übernahm aus Eigenmitteln den Abtransport der Steine. Die Kosten für die Wiederherstellung der Wege und Flächen im Anschluss an die Umsetzung wurde von allen drei Auftraggebern zu gleichen Teilen getragen.  

Es wurden über 400 m³ Oberboden abgetragen, teilweise umgelagert und zur naturnahen Modellierung des Ufers verwendet. Darunter befanden sich fast 150 m³ Wasserbausteine, welche entnommen und abtransportiert wurden.

Um die Wasserbausteine entnehmen zu können, musste erst eine 0,2 m bis 0,4 m starke Schicht Mutterboden abgetragen werden.

Das Ufer der Fuhse im Maßnahmenbereich ist jetzt nicht mehr geradlinig, sondern weist Ausbuchtungen, Vertiefungen und Abflachungen auf. Beste Voraussetzung für die Besiedlung der Böschung und strömungsberuhigten Bereiche durch verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Als Unterstand für große Fische und auch für den Aufwuchs von Jungfischen und Kleinlebewesen wurden 11 Raubäume und 7 Wurzelstöcke im Gewässerboden verankert.

Teile des Oberbodens wurden verwendet, um die neu entstehende Böschung naturnah zu modellieren. Noch sieht die „kahle“ Böschung noch recht wüst aus, aber in einigen Wochen werden hier erste Keimlinge sprießen.

Mit über 8 m langen Stämmen, die fest im Ufer verankert wurden, wurde das Gewässer im Niedrig- bis Mittelwasserbereich eingeengt. Bei höheren Wasserständen fließt der Großteil des Wassers über die eingebauten Strukturen hinweg. Am jeweils gegenüberliegenden Ufer wurden Kiesbetten eingebracht. An diesen „Engstellen“ wird der Kies stark überströmt. Das Lückensystem zwischen den Kieselsteinen, welches einen wichtigen Lebensraum für Kleinlebewesen und ein Laichhabitat kieslaichender Fische darstellt, wird somit von Sedimenten freigespült. Insgesamt wurden für die Sicherung der Lenkbuhnen und für die Errichtung von Kiesbänken 350 t Kies aus einer nur knappe 2 km entfernten Kiesgrube geliefert und eingebaut. Die Pflanzung verschiedener standorttypischer Gehölzarten im mittleren und oberen Bereich der Böschungen ergänzt die Maßnahme und sorgt in Zukunft für die Beschattung des Gewässers.

Kies und Totholz wurden so eingebracht, dass die Fuhse nun wieder eine hohe Struktur- und Strömungsvielfalt aufweist.

Alle Strukturen wurden so angeordnet, dass eine pendelnde Bewegung des Hauptstroms entsteht. Das Resultat ist ein hoher Anteil an Hartsubstraten und ein Wechsel von strömungsintensiven und strömungsberuhigten sowie von tiefen zu flachen Abschnitten. Genau so war es auch geplant, denn eine Vielzahl von Strukturen bildet eine Vielzahl von Lebensräumen für eine Vielzahl von Arten.

  • Umsetzung: Januar 2022
  • Kooperationspartner: Unterhaltungsverband Fuhse-Aue-Erse, Gemeinde Uetze, Region Hannover
  • Landkreis/Stadt: Region Hannover
  • Weitere Akteure: Realgemeinde Dedenhausen, Pächter der Fischereirechte