Kooperationsmaßnahme zur Strukturverbesserung der Oker (Okeraue Hillerse)

Um die Strukturvielfalt und die Biotopvernetzung in der Oker in der Samtgemeinde Meinersen zu verbessern, soll im Rahmen des Barben-Projekts und in Kooperation mit dem Angelsportverein (ASV) Hillerse ein weiteres Trittsteinbiotop im Bereich der Gemeinde Hillerse angelegt werden.  

Auf der Suche nach geeigneten Gewässerabschnitten wurden die Ergebnisse der Detailstrukturkartierung des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sowie das Vorhandensein angrenzender Flächen in Landeseigentum zur Hilfe genommen. Dabei wurde eine etwa 600 m lange Gewässerstrecke identifiziert, deren Gewässerstruktur als deutlich bis stark verändert eingestuft wurde. Allerdings finden bereits Prozesse der eigendynamischen Gewässerentwicklung statt und eine etwa 10 bis 15 Jahre alte Gehölzpflanzung auf dem westlichen Randstreifen sowie mehrere Flächen im Eigentum des Landes bieten ein hohes Entwicklungspotential.

Die Wasserbausteine im oberen Streckenabschnitt können nicht entnommen werden. Hier soll allerdings eine stark angeströmte Kiesbank entstehen, welche die Wasserbausteine überlagert.

Zur besseren Einschätzung der Defizite und Potentiale des Abschnitts wurde eine Kartierung und Strukturverbesserungsplanung vorgenommen. In der großen Schleife, gleich zu Beginn der Strecke, ist das östliche Ufer durch Wasserbausteine vor Abbruch geschützt. Auf den Wasserbausteinen soll eine lagestabile und gut angeströmte Kiesbank installiert werden. Diese Vorgehensweise wurde bereits 2020 im Barben-Projekt an der Fuhse nördlich von Uetze erfolgreich erprobt und soll an dieser Stelle, in großem Stil, nachgeahmt werden.    

Totholz ist stellenweise bereits vorhanden. Die vorhandenen Strukturen sollen durch den gesicherten Einbau weiterer Flussholzstrukturen erweitert und gegebenenfalls auch gesichert werden, sodass die bestehende Gewässerentwicklung gefördert wird.

Vorhandenes Flussholz soll im besten Fall erhalten, gesichert und in die Maßnahme integriert werden.

Auf dem geradlinigen und eher strukturarmen mittleren Abschnitt soll durch den wechselseitigen Einbau von Lenkbuhnen ein pendelnder Stromstrich und dadurch die Erhöhung der Strömungs- und Tiefenvielfalt initiiert werden. Auch die Initiierung von Uferabbrüchen wird bei der weiteren Planung in Betracht gezogen.

In den angrenzenden Flächen wurden auf den ersten Blick keine ausgeprägten Senken festgestellt, welche durch eine Abflachung der Böschung, zumindest bei Hochwasser, angeschlossen werden könnten. Eine Analyse des digitalen Geländemodells wird durchgeführt, um diese Suche zu verfeinern und geeignete Positionen für Böschungsabsenkungen zu identifizieren, auch für möglicherweise in der Zukunft ausgeführte Renaturierungsprojekte in der Aue.

Auf dem geradlinigen mittleren Abschnitt sollen wechselseitige Lenkbuhnen für Strömungsvielfalt sorgen. Makrophytenbestände im Uferbereich wurden ebenfalls bei der Vorplanung erfasst und sollen durch den Einbau von Flussholz geschützt und gefördert werden.

Da bereits ausgeprägte Ufervegetation mit Gehölzen vorhanden ist, wird die Pflanzung standorttypischer Gehölze im Böschungsbereich eher eine untergeordnete Rolle spielen. Vielmehr wird die Schaffung von Rohbodenstandorten in Betracht gezogen, welche die natürliche Ausbreitung typischer Auenvegetation fördern.

Der ASV Hillerse unterstützt die Maßnahme und hat einen Antrag auf Fördermittel für die Fließgewässerentwicklung beim Land Niedersachsen gestellt, um die Maßnahme des Barben-Projektes räumlich auszuweiten. Der Eigenanteil des ASV Hillerse in Höhe von voraussichtlich 10 % wird von der Samtgemeinde Meinersen und dem Landkreis Gifhorn kofinanziert.

  • Umsetzung: Herbst/Winter 2023
  • Kooperationspartner: Angelsportverein Hillerse, LK Gifhorn, Samtgemeinde Meinersen, Gemeinde Hillerse, Unterhaltungsverband Oker
  • Landkreis/Stadt: Landkreis Gifhorn, Samtgemeinde Meinersen, Gemeinde Hillerse