An der Lehrde ist in den letzten Jahren viel passiert. Eine letzte Revitalisierungsmaßnahme im Rahmen des Barben-Projektes wurde im Mittellauf bei Lehringen (LK Verden)/ Nordkampen (Heidekreis) umgesetzt. Eine große Unterstützung erfolgte hierbei durch den Landkreis Verden, sodass die Maßnahme auf 600 m Länge erweitert werden konnte.

Ein grader Verlauf prägt heute die Lehrde in dem Planungsabschnitt. 
Aufgrund der Sohleintiefung sind instabile Ufer, die abbrechen, häufig zu finden.
Durch eine Begradigung ist die Lehrde heute überwiegend durch ein einheitliches Kasten-/Trapezprofil geprägt, die Sohle ist monoton und durch Sand dominiert und der natürliche Kiesanteil ist kaum noch vorhanden. Durch das fehlende Hartsubstrat hat sich die Lehrde über die Jahre weiter eingetieft und die Ufer sind instabil oder wurden befestigt. Ein altes zerfallenes Wehr führte zur Beeinträchtigung der ökologischen Durchgängigkeit. Positiv ist, dass die Lehrde hier von einer Erlen/Eschen-Galerie begleitet wird, die Wurzeln bilden gute Fischunterstände. Das südliche Ufer ist überwiegend von Intensivgrünland geprägt, mit einzelnen Unterbrechungen von kleinen Waldbereichen.

Ziel war es, in diesem Gewässerabschnitt, dass defizitäre Sohlsubstrat aufzuwerten, die Strömungsvielfalt zu erhöhen sowie die Tiefen- und Breitenvarianz zu verbessern. Hierdurch sollten Aufwuchs-, Nahrungs- und Laichhabitate für verschiedene Fisch-, Rundmäuler- und Makrozoobenthosarten entwickelt werden.
Im November 2023 ging es mit der Instream-Maßnahme los. Aufgrund der starken und anhaltenden Niederschläge musste zur Überquerung der Wiesen eine lange Baustraße gelegt werden. Da der Transport der Materialien mit Schlepper und Mulde zu große Fahrschäden verursacht hätte, wurde der Transport ausschließlich mit einem Raupendumper durchgeführt. Bevor die 800 Tonnen eingebaut wurden, erfolgte die Entnahme der Sedimentauflage. Zur Aufwertung der monotonen Sohle wurde der naturraumtypischer Kies teils auf dem gesamten Querschnitt eingebaut und damit der weiteren Tiefenerosion entgegengewirkt. Weitere Kiesbetten wurden variantenreich eingebaut. Wichtig war, das durch Erhöhung der Schleppkraft die Ablagerung der Sedimente reduziert wird.
Im mittleren Abschnitt befand sich das alte und abgängige Wehr. Es hat einige Zeit gekosten, um vom Anlieger eine Zustimmung zum Ausbau zu erhalten, aber letztendlich konnte das Wehr entnommen werden. Der Sohlabsturz wurde mit Kies ausgeglichen, sodass nun die Durchgängigkeit wiederhergestellt ist. Der Kolk blieb auf einer Seite für die Fischfauna erhalten. Durch das Wehr bzw. die Strömung hat sich die Lehrde flussabwärts von 5,00 m auf über 7,00 m aufgeweitet. Durch den Einbau von 10 Raubäumen und 6 Wurzelstubben im unteren Maßnahmenabschnitt wurde der Querschnitt wieder eingeengt und instabile Ufer gesichert. Gut war, dass die Bäume mit Zustimmung der Anlieger direkt vor Ort gefällt und eingebaut werden konnten.

Mit dem Einbau von Kiesbetten und verschiedenen Totholzelementen wurde die Lebensraumvielfalt im Gewässerbett deutlich verbessert.
Die anhaltende Extremwetterlage hat uns vor einige Herausforderungen gestellt, aber Dank der flexiblen Baufirma und der Akzeptanz der Bewirtschafter konnte alles umgesetzt werden. Ein Nacharbeiten ist im Frühjahr allerdings erforderlich.
- Umsetzung: November 2023
- Kooperationspartner:
Untere Naturschutzbehörde Verden, Unterhaltungsverband Lehrde, angrenzende Flächeneigentümer und Bewirtschafter - Landkreis: Landkreis Verden, Heidekreis



