Machbarkeitsstudie zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit des Gohbachs bei Eitze

Der Gohbach, ein kiesgeprägter Tieflandbach (Typ 16) im Landkreis Verden, besitzt laut der Arbeitsgemeinschaft zur Reinhaltung der Weser (Wiederansiedlung von Wanderfischen im Wesereinzugsgebiet 1998) günstige Laichplätze für Lachs und Meerforelle zwischen Eitze und Weitzmühlen. Der Gohbach wäre somit auch für das Barben-Projekt von großem Interesse.

Leider wurde der Gohbach durch Abflussregulierung, einer Vielzahl von Sohlbauwerken, und morphologische Veränderungen stark verändert. Das größte Hindernis stellt die Stauanlage bei Eitze, die 1 km vom Einmündungsbereich entfernt liegt und den Gobhach für die Energiegewinnung aufstaut. Die Stauhöhe beträgt in etwa 3,5 Meter. Die Stauanlage ist aufgrund der Lage und Größe das Wanderhindernis mit dem größten ökologischen Einfluss im Gohbach. Die longitudinale Vernetzung zwischen Aller und Gohbach und die ökologische Durchgängigkeit zu potentiellen Laichhabitaten für die Fischfauna ist hierdurch komplett unterbunden. Somit sind die beiden Gewässersysteme in Gänze voneinander getrennt.

Um eine naturnähere Entwicklung des Gohbachs einzuleiten, hat die Aktion Fischotterschutz im Rahmen des Aller-Projektes von 2012 – 2018 acht Revitalisierungsmaßnahmen umgesetzt und 2.200 m Fließgewässerstrecke ökologisch aufgewertet. Hierbei wurden Sohlabstürze zu naturnahen Sohlgleiten umgebaut und die Entwicklung von Laichhabitaten und die eigendynamische Entwicklung gefördert. Finanziert wurde das Aller-Projekt vom Bundesamt für Naturschutz und der Volkswagen AG.

Der UHV Goh-Bach hat diese Entwicklung am Gohbach fortgesetzt und 15 weitere Sohlabstürze zu naturnahen Sohlgleiten umbauen lassen, sodass die ökologische Durchgängigkeit innerhalb des Gewässers deutlich verbessert wurde.

Um die größte Hürde zu überwinden, hat die Aktion Fischotterschutz eine Machbarkeitsstudie zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Eitzer Mühle beim Land Niedersachsen (FGE Mittel) beantragt. Es soll eine Grundlagenermittlung durchgeführt werden, um Lösungsansätze für die Stauanlage zu erörtern. Derzeit wird die Stauanlage zur Stromerzeugung genutzt. Der Eigentümer der Stauanlage ist gegenüber der Herstellung der Durchgängigkeit gesprächsbereit.

  • Finanzierung: Fließgewässerrichtlinie Land Niedersachsen
  • Kooperationspartner: Goh-Bach Verband, NABU Kirchlinteln
  • Landkreis: Landkreis Verden