Bereits 2022 wurde eine etwa 270 m lange Revitalisierungsmaßnahme in einem Kooperationsprojekt an der Fuhse bei Dedenhausen umgesetzt. Mit einer neuen Maßnahme auf 300 m Länge, in Kooperation mit dem Unterhaltungsverband Fuhse-Aue-Erse, wurde nun direkt daran angeknüpft und gemeinsam 570 m revitalisiert.

Die Fuhse wurde im vergangenen Jahrhundert vertieft und begradigt. Die Ufer vielerorts mit einer dicken Schicht von Wasserbausteinen gegen Abbrüche gesichert. Der Fluss wurde quasi in einem breiten Korsett festgesetzt. Strömungs- und Lebensraumvielfalt waren verschwunden. Dann wurde der Fluss lange Zeit intensiv unterhalten. Junge Bäume im Uferbereich wurden abgemäht, Wasserpflanzen und Flussholz wurden regelmäßig entfernt. Der Fluss sollte das Wasser abführen, das war seine wichtigste Aufgabe.

Das Ziel des Projektes war es daher, das Gewässerbett einzuengen und die Struktur- und Strömungsvielfalt in dem 300 m langen Gewässerabschnitt zu erhöhen. Dafür wurden große Stammhölzer eingebaut, die die Strömung lenken und Dynamik erzeugen. Ganze Bäume mit Krone und Wurzelstubben liegen im Wasser, gut im Grund verankert. Das Geäst sorgt ebenfalls für Strömungsvielfalt und Verwirbelungen. Es bietet Lebensraum für verschiedenste Kleinlebewesen wie Insektenlarven. Kleine Fische können sich im Strömungsschatten ausruhen und finden Schutz vor Räubern.
Nach Vermessungen und hydraulischen Berechnungen wurde die Strukturverbesserung so durchgeführt, dass der Hochwasserabfluss davon nicht betroffen ist.
Der Maßnahmenabschnitt des Barben-Projekts beträgt etwa 200 m. Auf dem Abschnitt wurden dem Fluss fast 250 Tonnen Kies zurückgeben. Er stabilisiert die Sohle und viele spezialisierte Arten, nicht zuletzt auch die Fischart Barbe, finden auf dem Kies Lebensraum und Fortpflanzungsstätte. Um die Strömungsvielfalt zu verbessern, sowie Unterstände und Lebensraum für Kleinlebewesen und Jungfische zu schaffen, wurden acht Stammhölzer als Lenkbuhnen sowie 10 Raubäume und acht Wurzelstubben fest in der Gewässersohle verankert.

Einige Bäume konnten direkt an den Böschungsfuß gesetzt werden. Dort gelangen die Wurzeln auch im Sommer schnell ans Wasser und halten die Böschung fest.
Auch die Uferbereiche wurden ökologisch aufgewertet. Die Böschung wurde abgeflacht und dadurch der Übergangsbereich zwischen Wasser und Land vergrößert. Sieben Stieleichen und sieben Flatterulmen wurden als Ufergehölze gepflanzt, die in Zukunft Lebensraum und Schattenspender sein werden. Gerade im Hinblick auf die klimatischen Veränderungen sind Ufergehölze enorm wichtig. Sie beschatten das Gewässer und wirken nachweislich einer übermäßigen Erwärmung entgegen. Des Weiteren wurde an einigen Stellen eine Ansaat mit Regio-Saatgut vorgenommen, um eine artenreiche Hochstaudenflur im Böschungsbereich zu entwickeln.
Im Anschluss hat der Pächter des Fischereirechts noch weitere dutzende Schwarzerlen im unteren Böschungsbereich gepflanzt. Er übernimmt auch die Pflege der Gehölze, die im ersten Anwuchsjahr dringend in trockenen Sommermonaten gewässert werden müssen.

Die Schnitzereien wurden von der ausführenden Baufirma Peschke Containerdienst gesponsert, sie zeigen an, wo sich Struktureinbauten befinden, und sind ein tolles i-Tüpfelchen.
- Umsetzung: März 2024
- Kooperationspartner: Unterhaltungsverband Fuhse-Aue-Erse, Region-Hannover
- Landkreis/Stadt: Region-Hannover