Kooperationsmaßnahme zur Strukturverbesserung Oker Hillerse II – ASV Hillerse

Um die Strukturvielfalt und die Biotopvernetzung in der Oker in der Gemeinde Hillerse zu verbessern, unterstützte der Angelsportverein (ASV) Hillerse das Barben-Projekt, damit gemeinsam ein 600 m langes Trittsteinbiotop realisiert werden konnte.  

Der ASV Hillerse übernahm hierbei die Trägerschaft für die Maßnahme auf rund 450 m Länge, da diese im Rahmen des Barben-Projektes nicht mehr finanzierbar war. Hierfür beantragte der ASV Hillerse, mit Unterstützung des Barben-Projektes, Mittel für die Fließgewässerentwicklung beim Land Niedersachsen (FGE). Der Eigenanteil des ASV Hillerse wurde von der Samtgemeinde Meinersen und dem Landkreis Gifhorn kofinanziert. 

Vor der Maßnahmenumsetzung war insbesondere im mittleren Gewässerabschnitt bei Niedrigwasser die geringe Wassertiefe und die mobile Sandsohle erkennbar. 

Die Defizite, Entwicklungspotentiale und Ziele wurden bereits bei Maßnahme der Aktion Fischotterschutz geschrieben (Okeraue Hillerse – AFS) und werden hier nicht noch einmal wiederholt.  

Nach der Maßnahmenumsetzung ist ein strukturreicher, vielfältiger Gewässerabschnitt entstanden, der vielen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bieten wird. 

Um wieder mehr natürliche Strukturen, Dynamik und vielfältige Lebensräume für die anspruchsvolle Fischart Barbe herzustellen, war der Einbau von natürlichen Hartsubstrat, Kies und Flussholz, von großer Bedeutung. Insbesondere Totholz ist ein elementarer Bestandteil für eine natürliche Gewässerentwicklung. Auf der Länge von 450 m wurden deshalb eine Vielzahl von Totholzstrukturen eingebaut. Aufgrund ihrer Verzweigungen bieten insbesondere Raubäume und Wurzelstöcke einen wichtigen Lebensraum für viele Wasserlebewesen und dienen als Schutz und Unterstand für Fische in den sonst vielerorts ausgeräumten Fließgewässern. 

11 Raubäumen, unzähligen Wurzelstubben und 17 Lenkbuhnen wurden wechselseitig in die Oker eingebaut und damit die Strömungsvielfalt erhöht und ein pendelnder Stromstrich erzeugt. Zum Teil wurden die Raubäume und Wurzelstubben mittig ins Gewässer eingebaut, um mehr Varianzen an Lebensräumen auszubilden. Das Totholz wurde mit Holzpfosten gut gesichert eingebaut. 

Weiterhin wurde mit Strömungslenkern aus Stammholz der Querschnitt partiell eingeengt. Die wechselseitig eingebauten Stammhölzer sorgen für einen natürlich pendelnden Stromstrich, der Entwicklung flacher und tiefer Bereiche im Gewässerbett und fördern somit die Entstehung vielfältiger Lebensräume. Oftmals wurden mit den Strömungslenkern, die gegen Unterspülung mit Kies gesichert wurden, die Strömung auf das flussabwärts liegende Kiesbett gelenkt, sodass die Kolmation reduziert wird. Dort, wo eine eigendynamische Entwicklung der Oker möglich war, insbesondere auf den Landesflächen, wurde mit den Strömungslenkern Uferabbrüche initiiert. 

Flach überströmte Kiesschwellen, mit eingebauten Totholzelementen, sorgen für eine hohe Struktur- und Lebensraumvielfalt.  

Der Einbau von Kies war weiterhin elementar wichtig und erfüllt viele Funktionen. Neben den Einbau gut angeströmter Kiesbetten wurden Grundschwellen auf gesamter Gewässerbreite eingebaut, die flach überströmt werden. Über 740 Tonnen Kies wurden so der Oker auf 600 m Länge zurückgegeben. Insbesondere für die kiesliebenden Fischarten sind gut angeströmte Kiesbetten als Laichhabitat elementar wichtig. Kies dient auch als Lebensraum für viele Kleinlebewesen und verhindert weiterhin, dass sich das Gewässer weiter eingräbt.  

Weiterhin wurden die stellenweise hohen Uferrehne an beiden Uferseiten partiell abgeflacht, um die laterale Vernetzung mit der Aue zu verbessern und die dahinterliegenden Senken temporär als Flutmulde bei hohen Wasserständen anzuschließen. 

Die enge Zusammenarbeit zwischen dem Angelsportverein Hillerse, dem Unterhaltungsverband Oker, dem Landkreis Gifhorn, der Betriebsstelle Süd – Braunschweig des NLWKN und der Aktion Fischotterschutz in den vergangenen Jahren bildete eine hervorragende Grundlage für die Förderung der ökologischen Entwicklung der Oker und ihrer Aue durch die Umsetzung von Revitalisierungsmaßnahmen. Die langjährige und gute Zusammenarbeit des ASV Hillerse mit der Samtgemeinde Meinersen und dem Landkreis Gifhorn führt dazu, dass diese die Maßnahme kofinanzierten. 

  • Umsetzung: Spätsommer 2024 
  • Kooperationspartner: Angelsportverein Hillerse, LK Gifhorn, Samtgemeinde Meinersen, Gemeinde Hillerse, Unterhaltungsverband Oker 
  • Landkreis/Stadt: Landkreis Gifhorn, Samtgemeinde Meinersen, Gemeinde Hillerse