Im Unterlauf der Kleinen Aller, im Landkreis Gifhorn und der Stadt Wolfsburg, wurden mit dem Barben-Projekt verschiedene Trittsteinbiotope zur ökologischen Aufwertung des Gewässers angelegt.
Die Kleine Aller, ein sand- und lehmgeprägter Tieflandfluss, ist als erheblich beeinträchtigt eingestuft. Besonders im Unterlauf weist der Fluss ein sehr breites und tiefes Gewässerprofil, wenig natürliche Strukturen und eine geringe Strömungsdiversität auf. Aufgrund des niedrigen Gefälles und der fehlenden Beschattung kommt es in den Sommermonaten zu einer starken Verkrautung. Zusätzlich wird der Abfluss durch das Wehr bei Weyhausen beeinflusst.

(links flussabwärts der B 188/ rechts flussabwärts der A 39)
Zur Revitalisierung des ausgebauten Gewässers wurden bereits im Rahmen des Aller-Projektes mehrere Trittsteinbiotope in Kooperation mit dem Unterhaltungsverband Oberaller umgesetzt. Mit dem Barben-Projekt soll die Revitalisierung der Kleinen Aller im Unterlauf fortgesetzt und die Biotopvernetzung zur Aller verbessert werden. Ziel ist es, das große Gewässerprofil im Niedrigwasserbereich partiell einzuengen und durch den Einbau von Hartsubstrat die Strömungs- und Lebensraumvielfalt zu erhöhen.
Auf einer 200 m langen Gewässerstrecke, zwischen den Brücken der neuen und alten B 188, wurden sieben Lenkbuhnen aus Stammhölzern (6,5 m Länge, 30 cm Durchmesser), inklinant, bis zur Hälfte des Gewässers eingebracht. Die Lenkbuhnen wurden einzeln oder parallel, mit Abstand von zwei Metern, eingebaut und vor Abdriftung im Ufer gesichert. Die Lenkbuhnen erfüllen viele Funktionen, sie führen zur Einengung Gewässerprofils und damit zur Strömungsvielfalt, langfristig werden Flachwasserzonen ausgebildet und sie dienen den Fischen als Strömungsschatten. Zur Erhöhung der Struktur- und Lebensraumvielfalt wurden zusätzlich einzelne Wurzelstubben und ein Raubaum eingebracht, die Unterstände für die Fischfauna und Lebensraum für das Makrozoobenthos bilden. Zur Kennzeichnung für die Unterhaltungsmaßnahmen erfolgte die Pflanzung von jeweils zwei Erlen an den eingebauten Strukturen.
Ein weiteres Trittsteinbiotop wurde unterhalb der A 39 angelegt. Auch hier sind Lenkbuhnen zur Einengung des Niedrigwasserprofils eingebracht worden – jeweils drei Stammhölzer in drei wechselseitig angelegten Gruppen. Die Stammhölzer wurden inklinant bis auf die Hälfte des Querschnittes gelegt, mit einem Abstand zu einander von ca. 2 – 3 m, und gegen Unterspülung mit Kies gesichert. Zwischen den Stämmen werden sich die Sedimente ablagern und somit eine natürliche Einengung des übergroßen Gewässerprofils entstehen.

Auch der Mündungsbereich der Kleinen Aller in die Aller war breit ausgestaltet. Mit einem drei Meter breiten Kiesbett wurde die Mündung eingeengt. Der Kies wurde so eingebracht, dass er bereits bei mittleren Wasserständen überspült wird.

- Umsetzung: September 2019
- Kooperationspartner: Unterhaltungsverband Oberaller, Wasserbehörde Landkreis Gifhorn und Wolfsburg
- Landkreis/Stadt: Landkreis Gifhorn, Stadt Wolfsburg