Revitalisierung der Fuhse im Unterlauf (Altencelle)

Die Fuhse ist im Unterlauf weitestgehend stark ausgebaut und begradigt, trotz dieser Ausgangssituation konnten Barben nachgewiesen werden. Durch das Einbringen von Kies und Totholz sollte die Struktur- und Lebensraumvielfalt in einem Gewässer erhöht werden.

Die Maßnahmenstrecke liegt im Stadtgebiet Celle, Bereich Burgwall, und erstreckt sich von der Einmündung des Burgergrabens bis ca. 120 m flussaufwärts. In diesem Bereich ist die Fuhse durch ein mäßig breites Trapezprofil, mit eingetieftem Gewässerbett sowie einer steilen und hohen Böschung am östlichen Ufer geprägt. Die Gewässersohle ist sandig mit vereinzelten, geringen Feinkiesansammlungen. Durch mehrere, abgängige Kopfweiden, welche stark in das Gewässer ragten, hat sich eine ausgeprägte Tiefen- und Strömungsvarianz gebildet. Da diese Weiden jedoch entnommen werden sollten, sollten mit der Umsetzung der Naturschutzmaßnahme die entstandenen Strukturen erhalten und die eigendynamische Entwicklung unterstützt werden.

Mit dem Rückschnitt der Weiden wurden ein großer Teil der ins Wasser ragenden Äste beseitigt. Damit gingen wichtigen Strukturen und Unterstände für die Fische verloren.

Anfang März 2020 wurden fünf, wechselseitig angeordnete, deklinante Lenkbuhnen aus Stammholz und drei Kiesbänke (je ca. 30t) eingebaut und hierdurch eine pendelnde Strömung initiiert. Die drei linksseitigen Lenkbuhnen richten die Strömung auf die gegenüber liegenden Kiesbänke, um eine übermäßige Versandung der Kiesbänke entgegenzuwirken. Aufgrund fehlender Flächenverfügbarkeit wurde die rechte Böschung durch drei Kiesbänke und vier Raubäume vor Erosion geschützt. Die zwei rechtsseitigen Lenkbuhnen ragen über die Gewässermitte hinaus und fördern die eigendynamische Entwicklung. Durch die Pflanzung von Schwarzerlen am Westufer, im Abstand von 2-3 Meter vom Ufer entfernt, soll der Boden stabilisiert und eine natürliche Barriere gegen zu starke Erosion entwickelt werden.

Der Einbau von Stammholz, Kies und Totholz schafft auf kleinem Raum eine Vielzahl wichtiger Lebensräume und erhöht die Tiefen- und Strömungsvielfalt.
Mit der Pflanzung von Erlen soll das Ufer gefestigt werden.

Durch das Einbringen verschiedener natürlicher Hartsubstrate und die damit einhergehende Förderung der Strömungs-, Tiefen-, und Strukturvarianz wurde mit dem Barben-Projekt auf kleinem Raum eine Vielfalt an Mikrohabitaten entwickelt, welche als Nahrungs-, Aufwuchs-, Ruhe- und Laichhabitat für die Barbe und viele weitere Fischarten dienen.

  • Umsetzung: März 2020
  • Kooperationspartner: Unterhaltungsverband Fuhse-Aue-Erse
  • Landkreis/Stadt: Stadt Celle