Die Böhme, ein sand- und lehmgeprägter Fluss, im Heidekreis, ist im Unterlauf fischfaunistisch als Barben-Region eingestuft und ist als Laich- und Aufwuchsgewässer von großer Bedeutung. Nachweise von Barben konnten jedoch zuletzt 2005 im Unterlauf festgestellt werden.
Die Maßnahmenstrecke befindet sich im Unterlauf im Bereich Böhme Bahnhof. Die Strukturgüte Gesamt wird in diesem Abschnitt mit stark-sehr stark verändert bewertet. Defizitär ist hier die fehlende Durchgängigkeit durch das Wehr im Ortsteil Böhme, der daraus resultierende Rückstau, das überdimensioniert Gewässerprofil, die geringe Tiefen- und Breitenvarianz und die fehlende Struktur- und Strömungsdiversität. An den Randbereichen befindet sich zum Teil eine 30 cm dicke Sedimentschicht. Positiv sind der angeschlossene Altarm und ein Altwasser in den extensiv bewirtschafteten Grünlandflächen sowie naturnahe Gehölzbestände. Weiterhin schließt der Planungsabschnitt am Mündungsbereich des Umgehungsgerinnes an.

Die Böhme hat in diesem Abschnitt ein sehr breites Profil, mit einer laminaren Strömung. 
Ein angeschlossener, natürlicher Altarm innerhalb der Maßnahmenstrecke ist ein wertvoller Rückzugsraum für viele Tierarten.
Aufgrund des Rückstaus durch das Wehr und der daraus resultierenden hohen Wasserstände konnte im Unterlauf keine große Maßnahme umgesetzt werden. Ziel war es daher, unter Beibehaltung der Wasserspiegellage, in dem 500 m langen Gewässerabschnitt durch den Einbau von Totholz, die Tiefen- und Breitenvarianz sowie die Struktur- und Lebensraumvielfalt im Gewässerbett zu erhöhen.
Zur Einengung des überdimensionierten Gewässerprofils wurden 13 Bäume direkt vor Ort gefällt und an zehn Stellen in die Böhme eingebaut. Das Stammholz wurde inklinant, deklinant oder orthogonal in die Böhme eingebaut. Um einen besseren Effekt zu erzielen, wurden überwiegend drei Stammhölzer als Pyramide gestapelt, eingebaut und gegen Unterspülung mit Kies gesichert. Die Stammhölzer wurden ca. 2 m ins Ufer eingebaut und gegen Verdriftung und Auftrieb gesichert. Zusätzlich wurden Baumkronen als Raubäume im Gewässerbett eingebracht. Mit ihren Verästelungen bilden die Raubäume Lebensraum für viele Wasserlebewesen und Unterstände für die Fischfauna. Die vor Ort gewonnenen Wurzelstubben wurden als weiteres Strukturelement ins Ufer eingebaut.

Drei Baumstämme wurden gestapelt und in die Böhme einbebaut. 
Die Wurzelstubben im Ufer bilden vielfältige Lebensräume im Gewässer.

Zur Erhöhung der Substrat- und Strömungsvielfalt wurde am flussaufwärts liegenden Ende der Maßnahme, dort, wo die Strömung am höchsten war, ein einzelnes Kiesbett angelegt, das durch eine Lenkbuhne angeströmt wird, um die Kolmation gering zu halten. Hier befindet sich am östlichen Ufer ein Erlenwald, bei dem die Zustimmung für eine eigendynamische Entwicklung gegeben wurde

Die Stammhölzer engen das Gewässer partiell ein und erzeugen Strömungsvarianzen.
Die Flächeneigentümer unterstützen die Maßnahme durch die Bereitstellung der Bäume vor Ort. Für die Finanzierung der Maßnahme wurden Mittel vom Land Niedersachsen beantragt.
- Umsetzung: September 2022
- Finanzierung: Landesmittel Maßnahmenprogramm Fließgewässer, Landkreis Heidekreis
- Kooperationspartner: LK Heidekreis, Dachverband-Aller-Böhme, Flächeneigentümer
- Landkreis Heidekreis