Strukturelle Aufwertung der Wietze – Barben-Projekt (Fuhrberg)

Die Wietze ist ein sand- und lehmgeprägter Tieflandfluss, der weitestgehend stark ausgebaut und begradigt ist und als erheblich verändertes Gewässer (HMWB) eingestuft wurde. Trotz der Defizite konnten im Unterlauf der Wietze Barben nachgewiesen werden.

In Kooperation mit der Region Hannover und dem Unterhaltungsverband 46 „Wietze“ wurde Anfang des Jahres 2021 im Rahmen des Barben-Projekts die Wietze bei Fuhrberg auf einer Gewässerstrecke von über 500 m ökologisch aufgewertet. Ein Abschnitt von 340 m Länge wurde über das Barben-Projekt finanziert, ein Abschnitt von 165 m über den UHV Wietze mit Mitteln der Region Hannover (siehe Koop. Wietze Region Hannover).

Im Bereich Flöthwiesen ist die Wietze durch ein vergleichsweise breit ausgebautes Profil, mit einer starken Eintiefung des Gewässerbettes und einem steilen und hohen Trapezprofil an beiden Ufern geprägt. Die Gewässersohle ist sandig mit vereinzelten Feinsedimentansammlungen. Tiefen- und Strömungsvarianz sowie Laufkrümmung sind im Gesamtbild sehr gering und ausschließlich durch temporäre Wasserpflanzenbestände verursacht.

Ziel war es, durch das Einbringen von Totholz und Kies die Lebensräume für Kleinlebewesen sowie Laichhabitate für kieslaichende Fische, mit besonderem Augenmerk auf die Schaffung geeigneter Habitate für die Fischart Barbe, zu entwickeln. Raubäume und Wurzelstöcke dienen verschiedenen Kleinlebewesen und vor allem Jung- und Kleinfischen als Lebensraum und Unterstand, wo sie vor Räubern geschützt sind. Die Holzstämme dienen der Strömungslenkung und initiieren strömungsberuhigte aber auch strömungsintensive Bereiche. Der Kies dient ebenfalls als strömungslenkendes Element, aber vorwiegend als Lebensraum für eine Vielzahl von Kleinorganismen wie Libellenlarven und als Laichuntergrund für kiesliebende Fischarten wie die Barbe.

Auf dem Abschnitt der Aktion Fischotterschutz e.V. wurden insgesamt über 430 t Kies, mehr als 20 Raubäume, 6 Wurzelstöcke und 5 Lenkbuhnen im Gewässer eingebaut. Um auch die Lebensraumvielfalt außerhalb des Gewässers zu verbessern, wurde an mehreren Stellen der Oberboden im oberen Böschungsbereich abgetragen, um die natürliche Ausbreitung von Gehölzen zu fördern. Als Initialbepflanzung wurden auf diesen Flächen die typischen Vertreter der Hart- und Weichholzaue Stieleiche, Flatterulme und Schwarzerle gepflanzt.

Die wechselseitige Anordnung der eingebauten Strukturelemente bringt das Wasser wieder zum Pendeln. Rechts im Bild ist eine der Rohbodenflächen zu sehen.

Mit diesen Maßnahmen konnte 2021 ein über 500 m langer Abschnitt der Wietze revitalisiert werden. Durch den Anschluss an die unterhalb liegende, bereits im Jahr 2015 umgesetzte Revitalisierungsmaßnahme ist nun ein rund 650 m langer, naturnaher gestalteter Gewässerabschnitt entstanden. Es konnte hiermit an bereits erfolgte Revitalisierungsprojekte angeknüpft und die Biotopvernetzung verbessert werden.

  • Umsetzung: Januar 2021
  • Kooperationspartner: UHV Wietze, Region Hannover
  • Landkreis/Stadt: Region Hannover
  • Weitere Akteure: Realgemeinde Fuhrberg, Gemeinde Wedemark, Stadt Burgwedel