Totholzstrukturen für die Aller II (Neubokel)

Im Rahmen des Barben-Projektes wurden bereits zwei Trittsteinbiotope in der Gemarkung Gilde und Neubokel umgesetzt, eine weitere Maßnahme in Neubokel setzt diese Entwicklung flussaufwärts fort.

Die Aller, ein großer sand- und lehmgeprägter Tieflandfluss, hat eine große Bedeutung als Wanderroute für die Fischfauna. Sie hat somit für das Barben-Projekt eine große Relevanz. Die Aller ist aufgrund ihres Ausbauzustandes als erheblich verändertes Fließgewässer klassifiziert. Der Maßnahmenabschnitt ist durch einen überdimensionierten Ausbauzustand mit z.T. sehr steilen und hohen Ufern, nicht vorhandener Breiten- und Tiefenvarianz sowie fehlender Strömungsvielfalt gekennzeichnet. In diesem Abschnitt ist die Aller noch vom Rückstau der Mühle Dieckhorst beeinflusst. Die Sohle ist geprägt von Sand, Kies und Totholz fehlen weitestgehend. Auf der südlichen Uferseite begleitet eine Weidengalerie den Gewässerabschnitt.

Einheitlich ausgebaut bietet die Aller nur eine geringes Lebensraumpotenzial.

Mit einem weiteren Trittsteinbiotop wurde das übergroße und einheitliche Gewässerprofil der Aller auf 220m Länge ökologisch aufgewertet und das Lebensraumpotenzial erhöht.

Um die Fließgeschwindigkeit zu erhöhen, wurde mit 14 Stammhölzern aus Eiche und Buche das übergroße Gewässerprofil partiell eingeengt. Jeweils zwei parallel liegende Lenkbuhnen wurden inklinant und beidseitig eingebracht und hierdurch die Strömung zentriert und erhöht. Durch die Sedimentablagerungen zwischen den Stammhölzern werden Flachwasserzonen ausgebildet und somit die Tiefen- und Breitenvarianz im Gewässerbett verbessert.

Mit dicken Stammhölzern wurde das Profil eingeengt. Kies vor dem Stamm verhindert ein Unterspülen.

Ergänzt wurde die Maßnahme durch vier Raubäume, die vor Ort geschlagen und komplett in die Aller gelegt und befestigt wurden. Zwischen zwei Raubäumen, die das Profil einengen, wurde zur Verbesserung des Hartsubstrates eine Kiesbank angelegt. Zusätzliche Wurzelstubben, die ins Gewässerbett gelegt und befestigt wurden, erhöhen die Strukturvielfalt und bilden Unterstände und Lebensräume für die Fischfauna und Kleinlebewesen.

Durch den Einbau natürlicher Strukturen wurde der defizitäre Hartsubstratanteil sowie die Strömungs- und Lebensraumvielfalt in dem ausgebauten Gewässerprofil deutlich verbessert. Da sich die angrenzenden Flächen in Privateigentum befinden, war nur eine Instreammaßnahme möglich, die nicht die Ufer beeinträchtigt.

Die Maßnahmenumsetzung an der Aller wurde mit einer Kamera begleitet. Der Film ist unter folgenden Link zu sehen: https://youtu.be/qBEwnrF9p5Y

Die Maßnahme wird in Zusammenarbeit mit dem Unterhaltungsverband Oberaller umgesetzt.

  • Umsetzung: Oktober 2021
  • Kooperationspartner: Unterhaltungsverband Oberaller, Wasser- und Naturschutzbehörde Landkreis Gifhorn, angrenzende Flächeneigentümer
  • Landkreis: Gifhorn