Die Oker bei Volkse ist ein großer sand- und lehmgeprägter Tieflandfluss, der vielerorts einen kurvigen Verlauf aufweißt und von Gehölzen gesäumt ist. Im Unter- und Mittellauf wurde die Oker als Barbenregion des Tieflandes kategorisiert. Die geradlinig und monoton fließende Strecke bei Volkse nördlich der Oker Brücke wurde allerdings als stark verändert eingestuft. Aus diesem Grund wurde im Rahmen des Barben-Projekts hier eine Revitalisierungsmaßnahme auf 280 m Länge umgesetzt, die nicht nur der kies- und strömungsliebenden Fischart Barbe zu Gute kommt, sondern eine Vielzahl von Lebensräumen für alle Flussbewohner herstellt. Dabei wurde auch die Aufwertung der angrenzenden Böschungsbereiche und Flächen berücksichtigt.

Ein geradliniges Ausbauprofil prägt die Oker bei Volkse. 
Stark unterspülte Hybridpappeln am rechten Ufer der Maßnahmenstrecke.
Im Dezember 2021 wurde mit der Umsetzung der Revitalisierungsmaßnahme begonnen und auf dem Gewässerabschnitt 500 t Kies eingebracht sowie sieben Lenkbuhnen aus Eichenstämmen und sechs Raubäume fest im Gewässer verankert.

Auf dem geradlinigen Gewässerabschnitt wurde dadurch wieder ein pendelnder Stromstrich hergestellt, wie er in einem natürlichen Gewässer vorkommen könnte. Im verzweigten Geäst der Raubäume, die aus Kronenholz von Eichen hergestellt wurden, können viele Kleinlebewesen und auch junge Fische Unterschlupf finden. Die anspruchsvolle Barbe und andere kiesliebende Fisch- und Insektenarten finden auf den eingebrachten Kiesbänken Lebensraum und Fortpflanzungshabitate.
Im unteren Maßnahmenbereich wurde das östliche Ufer gezielt abgeflacht, sodass die angrenzende Wiese bei Hochwasser leichter überschwemmen kann. Dem Gewässer wurde somit ein Stück Überschwemmungsfläche zurückgegeben. Alle Strukturen wurden flacher als der mittlere Wasserstand der Oker eingebaut, sodass bei höheren Wasserständen das Wasser über die Einbauten fließen kann.
Im unteren Abschnitt, kurz bevor die Oker eine scharfe Linkskurve durchfließt, wurde am rechten Ufer eine Kiesbank eingebaut, welche eine feinere Körnung als die restlichen Kiesbänke aufweist. Dieser Kies soll sich bei Hochwasser auf natürliche Weise verlagern und der darauffolgenden tiefen Strömungsrinne das fehlende Hartsubstrat liefern.
In enger Abstimmung mit der Samtgemeinde Meinersen konnte ein großer Teil der Raubäume im Bereich des Sportplatzes gewonnen werden, wo im Zuge der Wegesicherung einige Eichen zurückgeschnitten wurden. Der Transport der 11 m langen Eichenstämme zur Oker wurde von der Forstbetriebsgemeinschaft Fallersleben gespendet. Die Eichenstämme wurden als Lenkbuhnen im Gewässer verankert.
Zur Einrichtung der Baustelle und zum Zwischenlagern von Kies und Holz haben die anliegenden Eigentümer ihre Flächen zur Verfügung gestellt. Ohne diese Unterstützung der lokalen Bevölkerung wäre die erfolgreiche Umsetzung der Maßnahme nicht möglich gewesen.
Die Revitalisierungsmaßnahme wurde durch die Pflanzung verschiedener standorttypischer Gehölzarten im mittleren und oberen Bereich der westlichen Böschung ergänzt. Die Pflanzung wurde zusammen mit dem ASV Hillerse durchgeführt, der auch die Pflege der Gehölze übernimmt.
- Umsetzung: Dezember 2021 bis Januar 2022
- Kooperationspartner: UHV Oker, Landkreis Gifhorn, Gemeinde Meinersen, Gemeinde Hillerse
- Landkreis/Stadt: Landkreis Gifhorn
- Weitere Akteure: ASV Hillerse, Gemeinde Leiferde, FBG Südheide, die anliegenden Landwirte

