Strukturelle Aufwertung der Ise (Wahrenholz)

In der Ise in der Gemeinde Wahrenholz wurde im Rahmen des Barben-Projektes ein Gewässerabschnitt von ca. 250 m Länge strukturell aufgewertet.

Die Ise ist stark ausgebaut und begradigt worden, noch heute zeigt, dass sandige und monotone Profil, das natürliche Strukturen im Gewässer fehlen. Die Ise ist als HMWB eingestuft, die Ergebnisse der Detail-Strukturgütekartierung zeigen eine Gesamtbewertung zwischen 4 und 5, wobei die recht strukturarme Sohle mit überwiegend stark bis sehr stark verändert (5-6) bewertet wird. Durch die Initiative der Aktion Fischotterschutz konnten im früheren Ise-Projekt viele Ackerflächen an der Ise für den Naturschutz gesichert und Gehölze gepflanzt werden, um die natürliche Entwicklung im Gewässer einzuleiten. So auch an der Ise in Wahrenholz. Am östlichen Ufer verläuft daher ein naturnaher Gehölzsaum, am westlichen Ufer ein extensiv bewirtschaftetes Grünland.

Auch wenn Ufer und Umland der Ise bereits ökologisch aufgewertet wurden, durch die fehlende Strukturvielfalt im Gewässer war das Fließverhalten noch monoton.

Ziel der Maßnahme war die Erhöhung der Struktur- und Strömungsvielfalt und dadurch die Verbesserung der Lebensraumvielfalt. Auf einem Abschnitt von ca. 250 m Länge erfolgte durch den Einbau von Kiesbetten und Totholzelemente eine Profileinengung und damit eine Erhöhung der Fließgeschwindigkeit und Strukturaufwertung . Weiterhin sollte eine Maßnahme der Aktion Fischotterschutz, die 2020 flussaufwärts auf 370 m Länge umgesetzt wurde, fortgesetzt werden.

Da Gewässerbett und Fließverhalten der Ise noch recht monoton waren, wurden 13 Stammhölzer abwechselt auf beiden Uferseiten eingebaut, sodass ein pendelnder Stromstrich entsteht. Die Lenkbuhnen wurden inklinant und auf bis zu 2/3 des Querschnittes gelegt und gesichert. Da auf der westlichen Wiese eine eigendynamische Entwicklung möglich ist, wurden am östlichen Ufer jeweils zwei parallel liegende Lenkbuhnen eingebaut, sodass bei höheren Wasserständen am westlichen Ufer Abbrüche erzielt werden können. Gleichzeitig entstehen durch Ablagerungen zwischen den Stammhölzern wichtige Flachwasserzonen.

Fünf Raubäume am westlichen Ufer sorgen für Unterstände und Lebensräume für die aquatischen Lebewesen. Um Laichhabitate für die Fischfauna zu entwickeln, wurden vier Kiesbänke aus lagestabilen Kies, Korngröße 2 – 63 mm eingebaut. Den Kiesbänken sind Lenkbuhnen vorgelagert, die die Strömung auf die Kiesbank lenken und somit die Kolmation reduzieren.

Mit der Maßnahmenumsetzung entstehen wichtige Kolke im monotonen Gewässerbett, die Lebens- und Rückzugsraum für die Fische und Makrozoobenthos bilden. Mit dem Einbau von Totholz werden zudem strömungsberuhigte, aber auch schnell fließende Bereiche entwickelt. Die stabilen Kiesbänke werden von fließgewässertypischen Wirbellosen besiedelt und dienen als Laichhabitat und Lebensraum für die
Fischfauna.

Da die westliche Uferseite bisher ohne Gehölze ist, wurden entlang der Grünlandfläche auf der Böschung vier Gehölzinseln mit 24 standorttypischen Gehölzen (15 Schwarz-Erle, 3 Stiel-Eiche, 5 Echte Traubenkirsche) gepflanzt. Zwischen den Gehölzinseln verbleibt ein ausreichender Abstand, sodass die Unterhaltung der Ise weiter umgesetzt werden kann.

Die Maßnahme wurde zusammen mit dem Aller-Ohre-Verband umgesetzt.

  • Umsetzung: März 2022
  • Kooperationspartner: Aller-Ohre-Verband, UWB und UNB Gifhorn
  • Landkreis/Stadt: Landkreis Gifhorn
  • Sonstige Akteure: IG Ise