Kiesbetten für die Örtze (Wolthausen)

Die Örtze, ein naturnaher, kiesgeprägter Tieflandfluss, hat als Laich- und Aufwuchsgewässer und als überregionale Wanderroute eine große Bedeutung für die Fischfauna. Auch Barben konnten im Unterlauf nachgewiesen werden, jedoch nur sehr vereinzelt. Im Rahmen des Barben-Projektes wurde die Lebensraumvielfalt für lithophile/rheophile Fisch- und Neunaugenarten, wie z.B. die Barbe, Groppe und Elritze, in einem Gewässerabschnitt verbessert.

Der ca. 300 m lange Gewässerabschnitt liegt zwischen der Ortschaft Wolthausen und der Landstraße 180. Hier weist die Örtze einen weitestgehend natürlich mäandrierenden Verlauf auf, der durch einzelne Weiden eingeengt wird und hier eine vielfältige Strömung aufweist. Auf der westlichen Uferseite befinden sich zum Teil Gehölze, aber auch vereinzelte Uferbefestigungen. Da aufgrund der Gewässertiefe eine Erfassung der Gewässersohle bisher nicht erfolgte, unterstützte ein Angler vom SFV Wolthausen e.V. als Taucher die Aktion und nahm bei einer gemeinsamen Querprofilvermessung gleich einzelne Substratproben und filmte die Gewässersohle. Die Aufnahmen zeigten deutlich, dass Sand und Sedimenten die Sohle dominierten und der Kiesanteil gering bzw. überlagert war.

Ziel war es, mit dem Einbau von Kiesbetten, dass fehlende Hartsubstrat in diesem Abschnitt zurückzubringen, Laichhabitate und Lebensräume anzulegen sowie durch die partielle Einengung den bestehenden Kies freizuspülen. Es wurden sechs Kiesbetten, mit einer Länge von rund 6 m, wechselseitig auf 1/3 des Querschnitts eingebracht. Ein weiteres 15 m langes Kiesbett wurde auf einem graden Gewässerabschnitt auf der gesamten Gewässerbreite muldenförmig eingebaut, ober- und unterstrom konkav ausgebildet. Die Kiesbetten wurden so eingebaut, dass die Wurzeln der Ufergehölze freibleiben und die Kiesbetten gut angeströmt werden. Das flussaufwärts liegende Kiesbett wurde mit einem Stammholz angeströmt, um die Kolmation zu reduzieren.

In einem Bereich hatte sich das Gewässerbett stark aufgeweitet und die Ufer waren sehr instabil. Eine große Eiche konnte vor Ort gefällt, eingebaut und gut gesichert werden und schützt nun das Ufer vor weiteren Abbrüchen. Dass der Baum direkt vor Ort gefällt werden konnte, war eine große Unterstützung, da damit ein umständlicher Transport entfiel und die große Baumkrone erhalten werden konnte. Das Flussholz bildet nun für die Fischfauna einen wichtigen Unterstand, bietet Schutz vor Fressfeinden und Lebensraum für Kleinlebewesen. Gleichzeitig können sich einzelne Flachwasserzonen herausbilden, die für Jungfische einen geschützten Lebensraum bilden. Unterstände für die Fische und Lebensraum für Kleinlebewesen. Eine befahrbare Rinne für den Kanuverkehr bleibt weiterhin erhalten.

Die eingebaute Eiche schützt das instabile Ufer vor weiteren Abbrüchen und bildet gleichzeitig einen wichtigen Lebensraum für Fische und Kleinlebewesen.
  • Umsetzung: 2023
  • Kooperationspartner: SFV Wolthausen, Unterhaltungsverband Örtze, angrenzende Flächeneigentümer, Wasser- und Naturschutzbehörde Landkreis Celle
  • Landkreis: Celle