Kooperationsmaßnahme zur Strukturverbesserung Oker Hillerse II – AFS

Um die Strukturvielfalt und die Biotopvernetzung in der Oker in der Samtgemeinde Meinersen zu verbessern, wurde im Rahmen des Barben-Projekts und in Kooperation mit dem Angelsportverein (ASV) Hillerse ein weiteres Trittsteinbiotop im Bereich der Gemeinde Hillerse umgesetzt.   

Eine monotone Strömung und eine mit Wasserbausteinen verbaute Außenkurve zeichnete die große Okerschleife bei Hillerse vor der Maßnahmenumsetzung aus.

Auf der Suche nach geeigneten Gewässerabschnitten wurde die Detailstrukturkartierung des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sowie das Vorhandensein angrenzender Flächen in Landeseigentum zur Hilfe genommen. Dabei wurde eine etwa 600 m lange Gewässerstrecke identifiziert, deren Gewässerstruktur als deutlich bis stark verändert eingestuft wurde. Die Gewässerbreite ist größtenteils überdimensioniert, sodass bei niedrigem Wasserstand nur noch wenige Bereiche mit Gewässertiefen über 0,5 m vorhanden sind; teils ist das Ufer mit Wasserbausteinen verbaut; eine mobile Sandschicht dominiert die Sohle und kleinräumige Strömungs-, Tiefen- und Substratvarianz waren nur gering vorhanden. Positiv war, dass bereits Prozesse der eigendynamischen Gewässerentwicklung stattfanden und eine etwa 10 bis 15 Jahre alte Gehölzpflanzung auf dem westlichen Randstreifen sowie mehrere Flächen im Eigentum des Landes ein hohes Entwicklungspotential bieten. Ein weiterer Vorteil ist, dass der Gewässerabschnitt an eine bereits umgesetzte Maßnahme (2021) des Barben-Projektes angrenzt und damit die Möglichkeit bietet, die Entwicklung auf über 900 m in der Oker zu verlängern.

Da eine Revitalisierung auf 600 m Länge nicht alleine über das Barben-Projekt finanziert werden konnte, übernahm der ASV Hillerse die Trägerschaft für eine Maßnahme auf den verbleibenden 450 m. Im Rahmen des Projektes wurde der ASV unterstützt, weitere Mittel über das Land Niedersachsen (FGE) zu beantragen. Eine Beschreibung der Maßnahme des ASV Hillerse erfolgt unter “ Kooperationsmaßnahme zur Strukturverbesserung Oker Hillerse II – ASV“. 

Ziel der Maßnahme war es, die Lebensraum- und Strukturvielfalt in dem defizitären Gewässerbett durch den Einbau von Kies und Flussholzstrukturen zu erhöhen und hiermit gleichzeitig Laichhabitate für rheophile und lithophile Fischarten sowie Lebensräume für anspruchsvolle Arten des Makrozoobenthos zu entwickeln. Weiterhin sollte die laterale Vernetzung von Gewässer und Aue verbessert werden. 

Auf der Maßnahmenstrecke des Barben-Projektes war bereits Totholz stellenweise vorhanden. Diese Strukturen wurden durch den Einbau von sechs weiteren Raumbäumen und fünf Wurzelstubben erweitert. Durch diese Strukturen konnte die bestehende Gewässerentwicklung gefördert, die Strömungsdiversität erhöht sowie ein Mosaik aus verschiedenen Lebensräumen entwickelt werden.

Flach überströmte Kiesbetten wurden als Laichhabitat für die anspruchsvolle Barbe angelegt.

Kiesige Strukturen sind natürliche Bestandteile eines jeden Gewässers, auch der sand- und lehmgeprägten Tieflandbäche und unerlässlich als Laichhabitat für kiesliebende Fische wie die Barbe. Das Barben die angelegten Kiesbetten gut annehmen, hat bei Kontrollbefischung der Nachweis von Barbennachwuchs auf den flussabwärts umsetzten Maßnahmen ergeben. 

Gut angeströmte Kiesbetten und Kiesdepots, die sich umlagern können, ergänzen die Maßnahmen und sorgen gleichzeitig dafür, dass die Gewässersohle stabilisiert wird und sich nicht weiter eingräbt. Ein Kiesbett wurde in die Außenkurve vor die Wasserbausteine angelegt und durch zwei Strömungslenker aus Stammholz gut angeströmt, sodass die Gefahr der Versandung reduziert wird. Kiesschwellen auf gesamter Gewässerbreite zwischen Niedrig- und Mittelwasser, kombiniert mit eingebauten Totholzstrukturen, ergänzen die Maßnahme und bilden vielfältige Strukturen und Lebensräume aus. Um die laterale Vernetzung mit der Aue zu verbessern, wurden am südlichen Ufer zwei Abflachungen durchgeführt. Durch die Schaffung von Rohbodenstandorten wird zudem die natürliche Ausbreitung typischer Auenvegetation gefördert.

Kiesschwellen über die gesamte Gewässerbreite kombiniert mit Totholzelementen bieten nicht nur der Fischfauna Lebensräume, Laichhabitate und Unterstände, sondern auch den Kleinlebewesen viel Lebensraumpotential.
  • Umsetzung: Spätsommer 2024 
  • Kooperationspartner: Angelsportverein Hillerse, LK Gifhorn, Samtgemeinde Meinersen, Gemeinde Hillerse, Unterhaltungsverband Oker 
  • Landkreis/Stadt: Landkreis Gifhorn, Samtgemeinde Meinersen, Gemeinde Hillerse